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Jeden Hund sofort “lesen” können

Viele Menschen würden gerne wissen, warum der Hund dieses und jenes Verhalten zeigt, was er gerade denkt und wie er sich gerade fühlt.
In einigen Fällen kann man nur mutmaßen, aber es gibt eine Methode, mit der du in vielen Fällen sehr genau die Gefühle und Handlungen deines Hundes
und sogar die deines Partners, deiner Kinder, Freunde, usw. nachvollziehen lernen kannst.
Das Ganze nennt sich “Mimikry”.
“Mimi,…was?”
Als Mimikry bezeichnet man in der Psychologie das Phänomen, dass Menschen andere Menschen unbewusst und automatisch nachahmen.
Das Ganze funktioniert aber nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zwischen z. B. Mensch und Hund.
Ein anderes Wort für Mimikry ist “Pacing” oder “Spiegeln”.
Es ist die Kunst, Deinen eigenen Körper und Dein Verhalten zu nutzen, um dein Gegenüber nachzumachen, zu spiegeln bzw. zu pacen.
Sobald du eine andere Körperhaltung einnimmst, z. B. die deines Gegenübers (egal ob Hund oder Mensch), werden deinem Gehirn andere Signale gesendet. Du fühlst dich also anders – ein Stück weit wie dein Gegenüber, wenn du dein Gegenüber spiegelst.
Wenn du entspannt gehst, plötzlich alle Muskulatur anspannst, dich ein bisschen duckst und gebannt den Horizont fixierst, wirst du eine gewisse Aufregung spüren.
Eine ähnliche Aufregung wie dein Hund der gerade einen Hasen gesichtet hat.
Du synchronisierst also deine Realität mit der Realität deines Hundes.

Eigentlich ist es auch keine tolle neue Technik, sondern das Tool das uns Empathie überhaupt erst ermöglicht.
Bedeutet, jeder Mensch macht das grundsätzlich automatisch.
Aber du kannst es immer wieder verstärkt bewusst machen um dich noch besser in deinen Hund, aber auch in dein
menschliches Gegenüber hineinversetzen zu können und damit noch besser mit deinem Gegenüber zu kommunizieren
bzw. ihn/sie noch besser verstehen zu können.

Natürlich macht es auch Sinn Bücher zu lesen und Seminare zum Thema Körpersprache zu besuchen um auch das theoretische Wissen zu haben.
Theoretisches Wissen ist sinnvoll, aber nicht alles.
Aus meiner Sicht noch viel wichtiger ist es, ein intuitives Wissen zu haben. Den Hund zu fühlen.
– was wie wir sehen, kein übernatürlicher Hokuspokus ist, sondern ganz plausibel erklärbar ist.
Reine Theorie ist aus meiner Sicht sehr oberflächlich. Reine Intuition kann funktionieren (wie wir es bei Naturvölkern sehen), aber wir westlichen Menschen tun uns oft schwer damit. Darum macht es Sinn sich mit beidem zu beschäftigen.

Bodyfeedback
Wie oben schon erwähnt, funktioniert Mimikry/Pacen/Spiegeln, weil nicht nur das Gehirn Informationen an den Körper sendet, sondern auch
der Körper ans Gehirn.
Du kannst also nicht über einen längeren Zeitraum lachen, die Schultern betrübt hängen lassen, etc. ohne dass du dich anders fühlst.
Dieses Phänomen nennt sich “Bodyfeedback”.
Und genau dieses Phänomen können wir uns im Hundetraining zunutze machen!
Wenn der Hund sehr aufgeregt ist bei Besuch, Wild, Artgenossen, etc., können wir ihm z. B. durch die Leinenführigkeit a la Läuft wie am Schnürchen
in eine entspannte Position helfen, bis der Hund mehr Entspannung schon grundsätzlich mit Besuch, Wild, Artgenossen, etc. verknüpft hat.
Oder wenn mein Hund sehr aufgeregt und hektisch ist, kann ich ihm mit z. B den 10 Conversations von No need for speed
dazu bringen, sich ruhiger und langsamer zu bewegen und damit auch ruhiger und entspannter zu fühlen, ähnlich wie beim Thema Stalken & Alleine bleiben.
Wenn ich meinen Hund immer wieder in eine entsprechende Körperhaltung, z. B. in eine entspannte Körperhaltung bringe, dann kann mein Hund früher oder später gar nicht anders, als sich auch entspannter zu fühlen.

Eure Sarah